Omas Krapfen – die ganze Geschichte

Dieses Omas-Krapfen-Rezept erfasse ich extra für die Enkelin
– und zwar versuche ich dabei das ganze Gespräch zwischen Oma, Opa und mir wiederzugeben – nachdem Oma ja heute die Krapfen zum Weiberfasching gebacken hatte
Krapfen

(Ich schreibe auf was Oma mir zum Rezept mitteilt und Opa bestätigt das)

Oma: ich nehme 1 Kilo Mehl
Opa: ein ganzes Kilo
Ich: nein, es soll nur 1/2 Portion werden
Oma: also ein 1/2 Kilo Mehl, soviel habe ich heute auch genommen
Ich: ja, genau 1/2 Kilo
Oma: 100 gr Zucker und 1 Vanille

Opa: nur ein Vanille?
Oma: ja nur einer!
Opa: oder auch zwei (leise)
Oma: und zwei Ei-Dotter, NUR! zwei Dotter, kein Eiweiß, sonst wird der Teig zäh
Opa: genau
Ich: ja, genau
Opa: du weißt das? (sich wundernd)
Oma: und ein Hefe trocken oder frisch, du hast ja nur trockenen
Opa: der Teig ist heute nicht aufgegangen
Oma: ich hab die Heizung angemacht
Ich: also 20gr frischen Hefe?
Oma: nein, so ein Würfel da steht es drauf für 500gr Mehl
Opa: genau
Oma: Teig mit trocken-Hefe braucht länger, hast du das aufgeschrieben?
Ich: ja

Oma: und 80 gr zerlassene Butter, was hast du nun alles?
Ich: Mehl, Hefe, Dotter, Zucker
Oma: Milch
Opa: ja die angewärmte Milch
Oma: du must die Milch anwärmen und auch die Butter zerlassen
Opa: ja, genau
Oma: in dem Topf
Ich: Wie?
Oma: ich mache die Milch warm und danach zerlasse ich im selben Topf die Butter
Opa: zusammen?
Oma: NEIN! erst die Milch danach die Butter
Ich: Wie?
Oma: Ich nehme das Mehl mache eine Mulde und gebe Zucker, Hefe und
Opa: die Dotter
Oma: und dann knete ich mit der Milch erst danach gebe ich die zerlassene Butter dazu
Ich: aha
Oma: hast du alles aufgeschrieben
Ich: wieviel Milch?
Opa: du mist das ja nicht
Oma: Oh ich messe nicht
Ich: wieviel ungefähr?
Oma: weiß ich nicht, messe ich nächstes Mal genau
Opa: das wird so 1/4 Liter sein
Oma: du weißt das nicht
Opa: aber mehr kann es nicht sein
Oma: das hängt vom Mehl ab, das Mehl ist nicht gleich
Opa: naja dann miss es nächstes Mal
Ich: in welchem Topf hast du es heute gemacht, wieviel war in dem Topf?
(hole den Topf gebe Wasser rein und bringe den Meßbecher)
Oma: ja genau – ungefähr soviel
Opa: ja, genau
(schütte Wasser in Meßbecher)
Ich: 1/4 Liter
Oma: könnte aber auch etwas mehr gewesen sein
Opa: aber nein das ist ein 1/4 Liter
Ich: und dann?
Oma: nimmst du 1Liter Öl und machst es heiß danach drehst du zurück
Opa: wir hatten auf 4 gedreht
Oma: ja, dann legst du den ersten Krapfen ein, wenn er verbrennt mußt du noch etwas warten
Ich: warten?
Oma: das Öl muss runterkühlen
Opa: das krigst du schnell raus
(ich nehme an das man aus der Teigmenge ca. 30 Krapfen machen kann und wenn dann einige verbrennen bleiben immer noch etliche zum essen)
Oma: und ganz wichtig nach dem rausnehmen der Krapfen auf Zewa abtropfen lassen dann in Zucker wälzen von beiden Seiten
Opa: ja, genau nach dem rausnehmen in Zucker wälzen
Oma: danach auf ein Tablett legen nicht übereinander!
Ich: ich nehme die gebackenen Krapfen raus und gebe Neue rein, dann wälze ich im Zucker
Oma: NEIN!!
Opa: das geht nicht
Ich: wie?
Oma: du kannst dich nicht umdrehen beim Backen
Opa: dann gibt es nur verbrannte (lächelnd)
Oma: also erst backen dann rausnehmen dann in Zucker wälzen dann aufs Blech legen und erst dann! Neue ins heiße Fett legen
Ich: gut, hab alles aufgeschrieben
Oma: der Teig der muss gut aufgehen, so um das doppelte
Opa: ja, ganze Schüssel
Oma: und dann ausstechen und auf ein Tischtuch legen und min. … Minuten aufgehen lassen
Opa: bis das Öl heiß ist
Oma: das dauert immer alles sehr lange
Opa: ja den 1/2 Tag
Oma: ja den 1/2 Tag
Oma: du hast nun das Rezept
(Ich verabschiede Oma und Opa die gehen nach Hause)

10 Minuten später klingelt das Telefon
Begrüßung
Oma: ich habe vergessen das Salz
Ich: welches Salz?

Oma: in den Teig kommt noch 1 gestrichener Teelöffel Salz
Ich: gut
(Ich verabschiede Oma)

Anmerkung zum Gespräch:
das Gespräch hat eigentlich länger gedauert, ausführlich hab ich nur das Milch Thema aufgeschrieben, einige Kilo- und Gramm-Angaben wurden ähnlich ausgemessen, das hab ich mit … markiert.
Nach diesem fast eine Stunde dauernden Gespräch fühle ich mich in der Lage das Krapfen backen anzugehen hoffe das kann nun auch die Enkelin.

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Hildes Apfelkuchen – Weißkirch

Hildes Apfelkuchen – Weißkirch
(Rezept eigentlich von meiner Oma Schmidt Anna geb. Wellmann)

Apfelkuchen

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Mürbteig:
500 g Mehl
250 g Margarine oder Butter (noch besser Schweineschmalz)
3 EL Zucker
3 El Milch
1 Ei
6 EL Wein
1 TL Salz
Füllung:
500 – 750 g Äpfel geschält, wenn säuerlich Zucker
1 TL Zimt
evtl. eine Handvoll Mandeln oder Rosinen
und wenn fertig zum bestreuen Puderzucker

Aus allen Zutaten den Mürbteig herstellen
(Mehl auf einen Haufen, Kuhle machen und darin Ei Milch…
dann alles vermengen und zu einem glatten Teig verarbeiten)
Teig in 2 Hälften teilen und dünn auswalken.
Eine Teighälfte in ein gefettetes Backblech geben,
darauf Scheiben von den geschälten Äpfel verteilen
und mit etwas Zimt bestreuen.
Die andere dünn ausgewalkte Teighälfte drauflegen,
mit einer Gabel einstechen und mit Wasser nässen.
Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 60 Minuten backen.